Doerenkamp-Lehrstuhl für Innovationen im Tier- und Verbraucherschutz

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Ziele und Arbeitsprogramm

Im Jahre 2003 wurde der Doerenkamp-Stiftungslehrstuhl für Innovationen im Tier- und Verbraucherschutz eingerichtet und mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Kay Brune für fünf Jahre besetzt. Dieser Lehrstuhl ist Teil des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der FAU Erlangen-Nürnberg. K. Brune bleibt bis zum Ende der Laufzeit des Stiftungslehrstuhls Vollmitglied des Lehrkörpers der Medizinischen Fakultät der FAU mit allen Rechten und Pflichten eines Ordentlichen Professors. Seine Lehraufgaben wurden aufgrund seines breiteren, jenseits der klassischen pharmakologischen Forschung liegenden Aufgabenspektrums reduziert. Dem Stiftungslehrstuhl steht ein geringer Etat zur Verfügung, der ausreicht, einen technischen Mitarbeiter, eine akademische Mitarbeiterin (Sekretariat, Organisation) sowie eine Doktorandin zu finanzieren. Darüber hinaus beteiligt sich der Lehrstuhl anteilig an den laufenden Kosten des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie. Trotz der fehlenden (staatlichen) Grundausstattung hat sich der Lehrstuhl in den vergangenen drei Jahren erfolgreich in der vorgesehenen Forschungsrichtung engagiert:

  • Der konstruktive Tierschutz wurde durch die Entwicklung nicht-invasiver, bildgebender Verfahren exemplarisch erweitert. So gelang es, z. B. Schmerzforschung bei Tieren in Narkose durchzuführen und Mechanismen der zentralen, neuronalen Verarbeitung von schmerzrelevanten Sinneswahrnehmungen zu analysieren und definieren. Darüber hinaus konnten Mechanismen der Chronifizierung erfasst und bestimmten Gehirnarealen zugeordnet werden. Schließlich gelang, Effekte gängiger, analgetischer Wirkstoffe auf subcorticale Gehirnstrukturen zu evaluieren und damit Voraussetzungen für Schmerzmittel zu definieren, die ganz gezielt die negative emotionale Belastung chronischer Schmerzen angehen können (s. Publikationen A). Die Forschung wurde zusätzlich vom BMBF und vom IZF der FAU unterstützt. Zusammen mit dem Lehrstuhl für Medizinische Physik und der Abteilung für Neuroradiologie gelang es im vergangenen Jahr (2006), eine Forschergruppe der DFG zum Thema "Kleintierbildgebung" zu etablieren (für Details s. Forschungsmittel).
  • Die zweite - und im Wesentlichen gleichwertige Aufgabe des Lehrstuhls - besteht darin, moderne Methoden zur Arzneimitteltoxikologie in den Verbraucherschutz einzuführen und damit die Bevölkerung vor unerwünschten Arzneimittelwirkungen zu schützen. Zwei Aspekte dieses sehr breiten und sehr wichtigen Problems wurden angegangen:
    Zum einen gelang es, Computerprogramme zu entwickeln, die die grundsätzliche Möglichkeit belegen, bei elektronisch geführten Krankenblättern frühzeitig unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu entdecken. Dabei werden die digitalisierten Informationen über die individuellen Krankheiten von Patienten mit ihren Laborergebnissen und den Charakteristika der verwendeten Arzneimittel abgeglichen. Neben offensichtlichen, gefährlichen Interaktionen der verwendeten Arzneimittel werden auf diese Weise auch Unverträglichkeiten aufgrund eingeschränkter Organfunktionen (Laborwerte) oder im Zusammenhang mit der aktuellen Erkrankung (Diagnosen) definiert. Dieser Ansatz kann dazu führen, ohne zusätzliche Kosten frühzeitig Therapiefehler und auftretende unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu erkennen und zu dokumentieren. Da diese Therapiekontrolle arztfern erfolgen kann, wird mit diesem Verfahren der Schritt in die Telemedizin gewagt.
    Ergänzt wird dieses Forschungsprojekt durch Probandenuntersuchungen bekannter Arzneimittel durch die dem Lehrstuhl verbundenen Ärzte (Selbstversuche). Eine Vielzahl von Publikationen zu beiden Themen in hochrangigen Journalen belegen die Erfolge des Stiftungslehrstuhls (vgl. Publikationen B und C).

In den kommenden Jahren werden alle drei Forschungsansätze des Lehrstuhls in Zusammenarbeit mit verschiedenen Stiftungen (z. B. Sanoris-Stiftung) intensiviert fortgesetzt.

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